Politik der Angst: 9/11 und die Folgen

Politik-der-AngstIm Mai 2011 erschien im österreichischen Residenz-Verlag unter dem Titel "Politik der Angst: 9/11 und die Folgen" das erste Buch von Peter Fritz, der unter anderem als langjähriger Auslandskorrespondent für den ORF in den Vereinigten Staaten von Amerika tätig war.

Das Buch gliedert sich in sechs Abschnitte. Nach einem kurzen Vorwort geht Fritz im ersten Kapitel "Im Zeichen des Terrors" auf die Ereignisse des Elften Septembers 2011 ein. Da er zu diesem Zeitpunkt in Washington als Auslandskorrespondent eingesetzt war, bekommt dieses Kapitel eine zum Teil sehr persönliche Note. Im zweiten Kapitel "Von Kabul nach Bagdad" geht es um die Folgen des Elften Septembers 2011. Fritz spannt einen weiten Bogen, greift wichtige Ereignisse dieser Zeit auf und verknüpft diese miteinander. In den folgenden Kapiteln bewegt sich der Autor etwas abseits des bisherigen Tenors und geht auf die verschiedenen Strömungen innerhalb der amerikanischen Politik und Finanzwelt ein. Im fünften und sechsten Kapitel geht es um "Die neuen Konflikte" und die sogenannte "Welt-Unordnung". Seinen Schwerpunkt legt Fritz hierbei auf den asiatischen Raum. Ohne viel Dramatik schildert er die sich abzeichnenden Veränderungen und wagt einen Blick in die Zukunft.

Peter Fritz legt mit "Politik der Angst: 9/11 und die Folgen" eine lesenswerte Bestandsaufnahme der amerikanischen Außenpolitik vor. Allerdings beschränkt er sich bei seinen Ausführungen nicht nur auf die bekannten Folgen des Elften Septembers 2011, sondern er beleuchtet insbesondere das Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft und Finanzwelt in den letzten zehn Jahren. In seinem Buch geht Fritz auf eine Vielzahl von Ereignissen ein, deren Auswirkungen erst in jüngerer Vergangenheit spürbar wurden. Die Wechselwirkungen der andauernden Einsätze in Afghanistan und im Irak sowie die direkten Folgen in den Bereichen Militär und Geheimdienst, das Zustandekommen der jüngsten Finanzkrise aber auch die aktuellen Ereignisse im arabischen Raum werden dem Leser gut vermittelt und ohne viel Effekthascherei beschrieben.
Fritz' Schreibstil kann durchaus als locker bezeichnet werden. An keiner Stelle des 235 Seiten umfassenden Titels findet man Wiederholungen, die Ausführungen sind solide und durch eine Vielzahl von Quellen belegt. Im letzten Teil des Buches finden sich vornehmlich Beiträge, die auf der Auswertung von Vorträgen oder Interviews beruhen. Hierdurch ergibt sich noch eine weitere Facette, die dem Buch gut zu Gesicht steht.

Fotos sucht man in dem gebunden Buch zwar nicht vergeblich, allerdings sind diese auch nicht sehr zahlreich. Lediglich den einzelnen Kapiteln ist jeweils ein schwarz-weiß Foto vorangestellt. Mehr Bildmaterial wäre wünschenswert gewesen und hätte den Text sicherlich gut unterstützt.

Das Sachbuch "Politik der Angst: 9/11 und die Folgen" kann jedem interessierten Leser bedingungslos nahe gelegt werden. Gekonnt schildert der Autor die Veränderungen innerhalb der amerikanischen Außenpolitik der letzten zehn Jahre. Die Kapitel sind thematisch abwechslungsreich und behandeln eine Vielzahl von kleineren und größeren Themen, wobei der Autor auch sehr aktuelle Ereignisse aufgreift und stets den Bezug zur amerikanischen Außenpolitik herstellen kann. Man merkt Peter Fritz seine langjährige Erfahrung in der Medienwelt an, denn sein Buch ist durchgehend spannend geschrieben und wird stellenweise durch seine eigenen Eindrücke ergänzt.


Autor: Peter Fritz | Verlag: Residenz | ISBN: 978-3701732302

Erscheint: 05/2011 | Seitenzahl: 256 | Preis:22,90 €

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